Posts Tagged 'Rassismus'

„Wir werden am Brandenburger Tor bleiben.“ Pressemitteilung der protestierenden Geflüchteten in Berlin

In Solidarität mit den andauernden Protesten des Refugee Camps in Berlin dokumentieren wir hier die vierte Pressemitteilung der protestierenden Geflüchteten:

Wir werden am Brandenburger Tor bleiben.
In der heutigen Pressekonferenz in Berlin haben wir bekannt gegeben, dass wir unseren Protest am Brandenburger Tor mindestens bis zum 15. November 2012 fortführen werden, um sicher zu gehen, dass die Vereinbarungen der Verhandlungen vom 1. November mit der Migrationsbeauftragten der Bundesregierung Maria Böhmer, und der Berliner Senatorin für Integration Dilek Kolat tatsächlich umgesetzt werden.

Über Gerüchte in einigen Medien
Die Mediengruppe des Protestes hat beobachtet, dass in der Berichterstattung einiger Medien das behauptet wird, es existierten zwei unterschiedliche Gruppen von protestierenden Asylsuchenden in Berlin, die getrennt voneinander arbeiteten. Wir weisen dieses Gerücht, das jeder Grundlage entbehrt, vollständig zurück. Die protestierenden Asylsuchenden in Berlin führen ihren Kampf gemeinsam weiter. Sie verstehen sich als zwei Hände des selben Körpers, und um die gemeinsamen Forderungen durchzusetzen verfolgen sie unterschiedliche Methoden.

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Veranstaltung am 06.06.: Kritische Bildung und Rassismuskritik

Rassismuskritische Bildung als subjektbezogene Bildungsarbeit in Verhältnissen von Differenz und Dominanz
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Annita Kalpaka

In Zeiten von Messbarkeitswahn und Outputorientierung haben es Bildungsangebote, zunehmend verstanden im Sinne von ‚verwertbarem’ Wissen, nicht leicht, wenn sie nichts Handfestes als Output zu versprechen scheinen und nicht dem Trend von ‚Trainings’ folgen, in deren Logik sozial erwünschtes Verhalten antrainiert werden kann.
Beschränkt sich rassismuskritische Bildungsarbeit nicht nur auf Bildungsangebote, die Rassismus thematisieren, sondern nimmt sie darüber hinaus auch die Schaffung von Teilhabe-möglichkeiten und Reflexionsräumen für rassifizierte Subjekte in den Blick, dann gilt es eine Reihe von (selbstkritischen) Fragen zu stellen. z.B.: Wer sind die Adressat_innen? Wer lernt was bzw. wer kommt (nicht) auf seine_ihre Kosten? Welche Kompetenzen brauchen Anbieter_innen?
Zurückgreifend auf Erfahrungen in subjektbezogener Bildungsarbeit, möchten wir über solche Fragen nachdenken und Widersprüche, Dilemmata und Handlungsmöglichkeiten diskutieren.

Am Mittwoch, 06.06. um 19:00 im Erdgeschoss des Pädagogischen Instituts der Uni Hamburg (Von-Melle-Park 8), Raum 5.

Die Veranstaltung wird organisiert von KARaNo und findet im Rahmen der Reihe „kritische bildung und …“ statt. Weitere Infos zur Veranstaltung, zur Referentin und Texte zur Vorbereitung gibt’s auf www.kritischebildung.tk/…

Lichterkette reloaded – Über „Laut gegen Nazis“

„Ich weiß was Rassismus ist, schließlich komme ich aus Pinneberg und lebe in Hamburg…“. So erklärt Promikoch Tim Mälzer sinngemäß Rassismus während einer Pressekonferenz von „Laut gegen Nazis“, die er unterstützt. Was als salopper Scherz gemeint war, kann auch nur als solcher von Leuten verstanden werden, die nicht von Rassismus betroffen sind und ist blanker Hohn für alle Menschen, die hingegen tagtäglich davon betroffen sind. Doch Mälzers Spruch zeigt auch, wo Rassismus von der weißen Dominanzgesellschaft allgemein verortet wird, nämlich bei Nazis, meist deklariert als ‘Fremdenfeindlichkeit’.

Wo wir auch schon bei unserem ersten Kritikpunkt zur Veranstaltungsreihe von „Laut gegen Nazis“ sind: Rassismus findet in Deutschland -entgegen deren impliziten Verständnis- alltäglich statt, und zwar auf struktureller, institutioneller und individueller Ebene. Deshalb wird Rassismus logischerweise immer auch von der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ getragen und reproduziert, sei es bewusst oder unbewusst. Besonders krasses Beispiel hierfür ist das Versagen der Behörden und der mangelnden Aufarbeitung seitens der Verantwortlichen bei der NSU-Mordserie, aber auch in den Fällen Oury Jalloh, Christy Schwundeck,  Marwa el-Sherbini, Achidi John, Solingen, Hoyerswerda und denen von Asylsuchenden, die sich aufgrund ihrer menschenunwürdiger Lebenssituation in Deutschland in ihren Unterkünften das Leben nehmen. Diese Liste von Beispielen, die leider noch sehr viel länger sein könnte, zeigt, dass es eine Kontinuität in Deutschland gibt, sich mit den genannten Formen von Rassismus eben nicht auseinanderzusetzen, ja sie sogar zu ignorieren.
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Rassismus im öffentlich rechtlichen Fernsehen

Die alten weissen Anzugträger bei den öffentlich rechtlichen haben mal wieder zugeschlagen. Unrefklektiert liessen sie eine rassistische Büttenrede über die Bildschirme flimmern, die den Alltagsrassismus in der BRD untermauert. Schlimm genug sollte man meinen. Aber nein, die Herren setzen noch einen drauf indem sie jedwede Kritik, bspw. vom Landesausländerbeirat in Hessen abwehren und die ganze Scheisse nochmal senden wollen, getreu dem Motto: Schlimmer geht immer.

Desto mehr haben wir uns, nachdem wir diesen Beitrag auf unserer Facebookseite gepostet haben, über die Einsendung dieser Beschwerdemail gefreut, die wir anonymisiert hier posten dürfen und die kopiert werden darf.

Wir rufen dazu auf, diese oder eine Selbstverfasste Mail an den Pressesprecher des HR und der ARD zu schicken: Tobias Häuser Pressesprecher des HR – Thaeuser@hr-online.de – ARD Sprecher Stefan Wirtz – Stefan.Wirtz@wdr.de

Sehr geehrter Herr Häuser,

die Kritik an der Büttenrede von Frau Patricia Lowin haben Sie ja bereits erfolgreich abgeschmettert. In Ihrer Position als weisser Mann sind weder Sie noch die anderen Entscheidungsträger bei den öffentlich rechtlichen Sendern von Rassismus oder Sexismus betroffen. Daher ist es Ihr Privileg sich nicht mit dem Thema auseinanderzusetzen, was Sie Weiterlesen ‚Rassismus im öffentlich rechtlichen Fernsehen‘

„Griechify your life“ oder: Die heile bundesdeutsche postliberal-rassistische Verlagswelt und ihre Akteur_innen

Ein neues Jahr beginnt, ein neuer Tiefpunkt in Sachen rassistischer Publikationen ist erreicht. Der Rowohlt-Verlag (rororo), der zuvor schon massenwirksam und gewinnbringend „lustige“ Culture-Clash-Belletristik [1] unter die Leute bringen konnte, wie z.B. von Iris Alanyali: Gebrauchsanweisung für die Türkei [2] oder von Roberto Capitoni: Ich mach’ dir Betonschuhe [3] möchte ganz neue Steigerungsmöglichkeiten in Sachen deutscher Selbstvergewisserung auf Kosten national veranderter Menschengruppen erproben.
Das neueste Verlagsprodukt: Griechify your life. Kostenlos das Leben genießen [4] von Dietmar Bittrich und Stefan Stutz vermarktet diesen Pseudo-Ratgeber im Stil von Simplify your life [5] unter dem moralischen Deckmäntelchen der Satire, die ja, wie die weiße, deutsche Mehrheitsgesellschaft meint, bekanntlich alles darf.
Leider darf Satire dann doch nicht alles. Besonders dann nicht, wenn eindeutig die Grenze zum Rassismus überschritten wird. Dies gelingt den Autoren nämlich spielend. Zum einen werden alle als solche bezeichneten „Griechen“ zu einer einheitlichen Gruppe homogenisiert. Dieser werden dann pauschal identische Verhaltensweisen unterstellt. Die Verhaltensmuster wiederum werden naturalisiert, d.h. sie werden als typisches Wesensmerkmal „der Griechen“ ausgegeben. Und zu guter Letzt wird in einer polarisierenden Gegenüberstellung „faule Griechen“ versus „fleißige Deutsche“ die Abwertung der zuvor konstruierten Menschengruppe dazu genutzt, sich selbst (sprich: „die Deutschen“) zu erhöhen. [6] So weit, so schlimm. Schlimmer ist noch, dass dies alles angeblich aus „Liebe“ geschieht: „Dieses Buch ist ein Liebesbekenntnis. Es handelt von der Liebe zu allem Griechischen”. Weiterlesen ‚„Griechify your life“ oder: Die heile bundesdeutsche postliberal-rassistische Verlagswelt und ihre Akteur_innen‘

Veranstaltung: Demokratie statt Multikulti?

Möglichkeiten und Grenzen des Multikulturalismus in rassistischen Machtstrukturen – Veranstaltung in der HAW am 24.01. 2012 um 19 Uhr

Die Idee des Multikulturalismus kam in den 1980ern auf. Sie wurde von links als Antwort auf die weit verbreitete Ausgrenzung und Diskriminierung von ‚MigrantInnen‘ eingebracht. 30 Jahre später wird  sie von konservativer Seite höchst offiziell für gescheitert erklärt…
Was steckt hinter dem Begriff des Multikulturalismus? Kann eine multikulturelle Gesellschaft tatsächlich zur Überwindung von Diskriminierung beitragen? Welche Gefahren drohen bei der Betonung von „kulturellen Unterschieden“? Und warum redet eigentlich niemand über Rassismus?
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Veranstaltung
am Di. 24.01.2012, um 19 Uhr,
in der HAW Hamburg, Alexanderstr. 1
(nahe S-Berliner Tor)

Flyer Download pdf

Ein kritischer Beitrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe
„Multikulti ist gescheiter! Was heißt hier eigentlich deutsch?“
Projekt der Geschichtswerkstatt St. Georg e.V.
http://www.gw-stgeorg.de/media/Multikulti-Flyer.pdf

Die Veranstaltung auf Facebook 

Rassistische Plakate vom Alma Hoppe Lustspielhaus

Wer die Tage in Hamburg unterwegs ist, der oder dem sind vielleicht die Plakate des Alma Hoppe Lustspielhaus aufgefallen. Die Plakate hängen an fast jeder U-Bahn Station, zumindest gefühlt an fast jeder, so auffällig sind sie. Diesmal wird das Stück (Achtung der Name verrät bereits nichts Gutes) „Chinesen zum Frühstück“ beworben.
Die Plakate (re)produzieren und kommunizieren in unseren Augen eindeutig rassistische Bilder. Uns wurde ein öffentlich geführter Schriftwechsel zwischen einer Privatperson und dem Alma Hoppe Lustspielhaus zugeschickt, den wir im folgenden dokumentierten:

Brief an das Alma Hoppe Lustspielhaus. Betreff „Ihre Plakate ‚Chinesen zum Frühstück'“ vom 30. November.

Antwort des Alma Hopp Lustspielhauses vom 1. Dezember (Achtung: Weisse Abwehrmechanismen, so predictable!)

Erwiderung auf die Antwort des Alma Hoppe Lustspielhauses vom 1. Dezember

Es handelt sich um diese Plakate (Achtung: Bilder nicht gewaltfrei, Triggergefahr)
Alma Hoppe
Alma Hoppe 2

In diesem Zusammenhang möchten wir darauf aufmerksam machen, dass seit einigen Jahren in den Medien und anderorts vermehrt gegen China Stimmung gemacht wird. Das „Feindbild China“ wird auch durch das Alma Hoppe Lustspielhaus gestärkt.

Neo-Nazi Morde und institutioneller Rassismus – Ein Statement zu den aktuellen Geschehnissen in der BRD

Die von Neo-Nazis verübten Morde an mehreren PoC sind der gewaltvollste Ausdruck des Rassismus gegen Menschen, die in Deutschland leben, aber als nicht zu dieser Gesellschaft zugehörig anerkannt werden.

Die Verstrickung staatlicher Institutionen, Verfassungsschutz und Polizei, in diese Morde und zur rechtsradikalen Szene zeigt deutlich, wie Rassismus auch von staatlichen Stellen aufrechterhalten und ausgeübt wird. Wichtig ist auch auf diesen institutionellen Rassismus aufmerksam zu machen. Rassismus wird nicht nur von Nazis ausgeübt. Rassismus zieht sich durch unterschiedliche gesellschaftliche Ebenen und dies schon seit Jahrhunderten. Sogenannter Alltagsrassismus zeigt sich subtiler als die physische Gewalt, die Nazis ausüben. Sie zeigt sich beispielsweise darin, das Menschen, die jahrelang in Deutschland leben oder hier geboren sind nicht wählen dürfen, weniger Aussicht auf Erfolg bei der Wohnungssuche oder auf dem Bildungs- und Jobmarkt haben und immer wieder als nicht dazugehörig markiert werden.

Oftmals sind die Akteur_innen, die über das Schicksal von PoC entscheiden, in einer Machtposition, die es ihnen erlaubt, Rassismus getarnt und unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit auszuüben. Weiterlesen ‚Neo-Nazi Morde und institutioneller Rassismus – Ein Statement zu den aktuellen Geschehnissen in der BRD‘

Statement zu den Ereignissen in Fulda und weißen Abwehrmechanismen

Wie auf Noah Sows Blog nachzulesen ist (http://www.noahsow.de/blog/2011/10/27/festival-du-racisme-in-fulda), wurde sie anlässlich einer Lesung in Fulda mit gewaltvollen Rassismen konfrontiert. Die darauf – in massivem Ausmaß – folgenden Kommentare auf verschiedenen Blogs sind voll von Rassismusreproduktion und widerlichen weißen Abwehrmechanismen, die in unserer rassistisch strukturierten Gesellschaft leider nach wie vor alltäglich sind.

Akteur_innen sind in diesem Fall hauptsächlich unreflektierte weiße Antirassist_innen, die sich selbst außerhalb rassistischer Strukturen positionieren, da sie meinen, durch ihre zu kurz gekommene Auseinandersetzung mit Rassismus, ihre eigenen Rassismen verlernt und ihr Weißsein abgelegt zu haben, (falls sie ihr Weißsein zuvor überhaupt als solches erkannt und benannt haben). Zudem spielen sie sich gegenüber PoC und Schwarzen als Rassismus-Expert_innen  auf.

Mit Hilfe der durch weiße Subjektivierungen erlernten Abwehrmechanismen wird die ganze Geschichte umgedreht: Es wird nicht nicht mehr über Rassismuserfahrungen von PoC und Schwarzen gesprochen, sondern über die vermeintliche Reproduktion von Macht- und Dominanzverhältnissen durch akademische Sprache oder – in ihren Augen – unhöfliches Verhalten.

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