„Refugee bus protest“ kommt nach Hamburg

Protest Bustour der asylsuchenden Flüchtlinge kommt nach Hamburg

Wir sind sehr erfreut darüber, dass die Busgruppe der streikenden und protestierenden Asylsuchenden beschlossen hat, auf ihrem Weg nach Berlin auch in Hamburg haltzumachen. Sie werden am kommenden Samstag, den 29.09.2012 ab 13.30 Uhr eine Kundgebung am Hauptbahnhof (Glockengießerwall, Bahnhofsvorplatz) abhalten. Die Asylsuchenden werden dort von ihrem Protest berichten. Es wird weitere Redebeiträge, Infotische und Musik geben. Wir sehen uns am Samstag am Hauptbahnhof!

Über den Protest:

Im Januar 2012 hat sich Mohammed Rahsepar im Flüchtlingslager Würzburg erhängt. Einige Monate nach seinem Tod haben Flüchtlinge, die mit ihm zusammen gewohnt haben, beschlossen, dass Isolationslager zu verlassen, schlugen ein Camp in Würzburgs Innenstadt auf und begannen einen Hungerstreik. In ihrer Pressemitteilung hieß es: „Wenn ein deutscher Staat derlei menschenverachtende Lebenssituationen billigend in Kauf nimmt, werden wir es fortan bevorzugen, unseren Weg in den Tod in aller Öffentlichkeit zu gehen.“ Die Würzburger Behörden haben versucht die Proteste mit allen Mitteln zu unterbinden und haben dabei das rassistische Gesetz der Residenzpflicht angewandt und den Streikenden mit Bußgeld und Strafverfahren gedroht. Für die Protestierenden war klar: „Wir gehen nicht in unsere Lager zurück!“. Sie beschlossen die Aktion auszuweiten und es wurden deutschlandweit Protestzelte von Asylsuchenden aufgeschlagen.

Fuck Residenzpflicht

Die Flüchtlinge des „Refugee Protest March to Berlin“ zerreißen am 13. September 2012 beim Grenzübergang zwischen Bayern und Thüringen ihre Aufenthaltspapiere

Die Protestierenden aus ganz Deutschland haben Anfang August 2012 auf einem Koordinationstreffen der Flüchtlingcamps beschlossen als Form des Protests einen Marsch durch ganz Deutschland zu wählen, der die Asylsuchenden in Berlin zusammenführen soll.

Es gibt zwei Gruppen bei dem Protest. Diejenigen, die auf einer längeren Strecke von Würzburg aus mit dem Bus durch Deutschland nach Berlin fahren und die, die zu Fuß nach Berlin laufen. Dabei versuchen die Demonstranten viele Camps und Heime auf ihrem Weg zu besuchen, um den Kontakt zu anderen Asylsuchenden herzustellen und sie über den Protest zu informieren und sie zur Teilnahme zu ermutigen. In Hamburg macht die Busgruppe des Refugee Protestmarch halt.

Die Forderungen der Flüchtlinge lauten:

– Anerkennung als politische Flüchtlinge
– Die drastische Verkürzung der Bearbeitungsdauer der Asylanträge
– Die Einführung eines Anspruchs auf Anwältinnen und Dolmetscherinnen von Beginn des Asylverfahrens
– Gewährung der freien Arztwahl
– Die Möglichkeit der Familienzusammenführung
– Arbeits- und Studienerlaubnisse für alle Asylbewerber_innen
– Abschaffung der Gemeinschaftsunterkünfte
– Abschaffung der Residenzpflicht
– Abschaffung der Essenspakete
– Einführung eines Anspruchs auf professionelle Deutschkurse

Auf der von den Flüchtlingen eingerichteten und betreuten Internetseite findet sich des Weiteren folgende Anmerkung:

„Wir laden alle Gruppen, die helfen und zum Gelingen des Projektes beitragen wollen, dazu ein, uns – etappenweise oder auf dem gesamten Weg – Unterstützung zu leisten. Momentan gibt es zwar einige Unterstützerkreise, jedoch benötigen wir jede und jeden, um das große Ziel, das wir uns gesteckt haben, zu erreichen. Die angestrebte Quantität wird die Qualität des Protestes steigern, denn der kollektive Charakter der Zielsetzung bedarf auch der Kollektivität der teilnehmenden und unterstützenden Gruppen.“

Internetseite der Protestierenden: http://refugeetentaction.net

Internetseite der Gruppe, die mit dem Bus unterwegs ist: http://refugeebusprotest.wordpress.com/

Die Protestierenden freuen sich auch über finanzielle Unterstützung, nähere Inforamtionen dazu auf der Internetseite der Protestierenden
Förderverein Karawane e.V.
GLS Gemeinschaftsbank eG
Stichwort: Protestmarsch Berlin
Kontonummer: 4030780800
Bankleitzahl: 43060967
IBAN: DE28430609674030780800
BIC: GENODEM1GLS

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