Rassismus im öffentlich rechtlichen Fernsehen

Die alten weissen Anzugträger bei den öffentlich rechtlichen haben mal wieder zugeschlagen. Unrefklektiert liessen sie eine rassistische Büttenrede über die Bildschirme flimmern, die den Alltagsrassismus in der BRD untermauert. Schlimm genug sollte man meinen. Aber nein, die Herren setzen noch einen drauf indem sie jedwede Kritik, bspw. vom Landesausländerbeirat in Hessen abwehren und die ganze Scheisse nochmal senden wollen, getreu dem Motto: Schlimmer geht immer.

Desto mehr haben wir uns, nachdem wir diesen Beitrag auf unserer Facebookseite gepostet haben, über die Einsendung dieser Beschwerdemail gefreut, die wir anonymisiert hier posten dürfen und die kopiert werden darf.

Wir rufen dazu auf, diese oder eine Selbstverfasste Mail an den Pressesprecher des HR und der ARD zu schicken: Tobias Häuser Pressesprecher des HR – Thaeuser@hr-online.de – ARD Sprecher Stefan Wirtz – Stefan.Wirtz@wdr.de

Sehr geehrter Herr Häuser,

die Kritik an der Büttenrede von Frau Patricia Lowin haben Sie ja bereits erfolgreich abgeschmettert. In Ihrer Position als weisser Mann sind weder Sie noch die anderen Entscheidungsträger bei den öffentlich rechtlichen Sendern von Rassismus oder Sexismus betroffen. Daher ist es Ihr Privileg sich nicht mit dem Thema auseinanderzusetzen, was Sie auch ganz offensichtlich nicht tun und daher nicht wissen wollen und nicht erkennen wollen. Dieser Beitrag bedient nicht nur Klischees von Menschen mit Migrationshintergrund, sondern ist einzureihen in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext indem Menschen mit türkischem
Migrationshintergrund tagtäglich von Rassismus betroffen sind. Sie und Ihr Arbeitgeber unterstützen mit der Ausstrahlung dieser Rede diesen Alltagsrassismus, den Sie Narrenfreiheit nennen. Sie sind ein Narr, sich nicht mit dem Gesamtgesellschftlichenkontext auseinanderzusetzen und Beiträge kritisch zu hinterfragen. Nein, Verzeihung, Sie sind einfach nur nicht betroffen und ziehen Gewinn aus den bestehenden rassistischen Strukturen.

Ich fordere Sie hiermit auf, sich dafür einzusetzen, dass diese Rede nicht erneut ausgestrahlt und fordern des Weiteren eine Entschuldigung für die erstmalige Ausstrahlung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, indem dieser Beitrag NICHT kritisch betracht worden ist.

Ich behalte mir das Recht vor, den Mailverkehr zu veröffentlichen.

MfG xxxx


edit:
Wir haben eine weitere Beschwerdemailvorlage erhalten, die wir in diesem Artikel veröffentlichen, weil sie anders ist als die obere. Auch diese darf kopiert werden. Solltet Ihr uns auch Eure Mail schicken, packen wir die in die Kommentare. 


Sehr geehrter Herr Häuser,

ich bin maßlos darüber entsetzt und wütend darüber, was das ARD in der Sendung „Frankfurt: Helau“ gesendet hat!!
In der geschmacklosen Büttenrede mit dem bezeichnenden Namen „Döner TV“ werden alle erdenklichen rassistischen Stereotypen über ‚türkisch stämmige‘ und/oder muslimische MitbürgerInnen reproduziert! Das ist weder Lustig noch möchte ich für so etwas beleidigendes auch noch bezahlen!! Und noch weniger kann es sein, dass diese Reproduktion von Rassismus mit dem Verweis auf die „Narrenfreiheit“ von Weißen Deutschen verteidigt wird!

Das mindeste ist, dass Sie diese beleidigende Büttenrede nicht wider im Fehrsehn wiederholen, aus dem Onlineangebot nehmen und Sie sich als Verantwortliche für diesen geschmacklosen Beitrag öffentlich entschuldigen!

Mit freundlichen Grüßen xxxx
.
PS: Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieser E-Mail-Verkehr von mir öffentlich geführt wird. Mein Schreiben sowie Ihre Antwort werde ich zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.


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9 Responses to “Rassismus im öffentlich rechtlichen Fernsehen”


  1. 1 DoDieZweite 10. Februar 2012 um 14:55

    Die Antwort von Herrn Thäuser kam recht promt:
    Sehr geehrte Frau XXX,

    vielen Dank für Ihre E-Mail. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich nicht jede Nachricht und Meinungsäußerung individuell beantworten kann. Die unterschiedlichen Positionen zum Thema sind aus meiner Sicht auch in der Öffentlichkeit hinreichend ausgetauscht und diskutiert worden. Bitte gehen Sie davon aus, dass wir Ihre Kritik sehr ernst nehmen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Tobias Häuser

  2. 2 Tammyra 10. Februar 2012 um 15:07

    habe die gleiche AW erhalten, gut dass wir das hier zusammentragen können. Werde ihm eine Mail schicken, dass ich eine individuelle AW haben will, dass er die Kritik offensichtlich nicht ernst nimmt und die Mail an seinen Vorgsetzten schicken 🙂

  3. 3 Mahmoud 10. Februar 2012 um 15:22

    Ich habe auch die gleiche antwirt erhalten. gut dass wir das mailfach stürmen 😉 ich habe ihm aber auch darauf geantwortet und auf diesen blog verlinkt. das war ok hoffe ich?

    Sehr geehrter Herr Häuser,

    da Sie Kritik offensichtlich nicht ernst nehmen, leite ich diese Mail und Ihr Antwort weiter. Würden Sie die Kritik ernst nehmen, würden Sie den Forderungen nachkommen. Aber mit Ihrer Standardisierten Antwort schmettern Sie sie nur wieder ab.

    Die öffentlich Rechtlichen bekommen aber hier Ihr Fett weg. Doof, wenn man keinen guten Job macht und dass jetzt auch noch so öffentlich im Netz steht, nicht wahr? https://karano.wordpress.com/2012/02/10/rassismus-im-oeffentlich-rechtlichen-fernsehen/

  4. 5 KARaNo 10. Februar 2012 um 15:42

    Sehr toll ist auch diese Mail, vielen Dank für die Zusendung:

    „Sehr geehrter Herr Häuser, sehr geehrter Herr Wirtz,

    mit entsetzen bin ich über einen universitären Zusammenschluss von Studierenden der Uni Hamburg auf die von Ihnen mitzuverantwortende Ausstrahlung der Büttenrede von Frau Patricia Lowin aufmerksam geworden.
    Das gerade leider die öffentlich rechtlichen Sender, teilweise sogar stärker als die Privaten, gewaltvollen Rassismus (re-)produzieren , ist keine große Neuigkeit. Trotzdem bestand ein Funken Hoffnung meinerseits, dass gerade nach den NSU Morden und die tiefsitzenden rassistischen Reaktionen darauf – sowohl von den Institution wie auch von in den Medien – in der deutsche Gesellschaft kritischer und verantwortungsvoller entschieden wird, an welchen Diskursen nun angeknüpft werden und wie den rassistischen Strukturen, vor allem auch denen aus der Mitte der deutschen Gesellschaft, entgegen agiert werden soll.
    Mit der Ausstrahlung der Büttenrede und mit Ihren Reaktionen auf die sehr angebrachte und fundierte Kritik machen Sie jedoch mal wieder deutlich, dass in der deutschen Gesellschaft weiterhin keine Verantwortung für ihre Geschichte und Gegenwart genommen wird!
    Ihre Äußerungen zu Narrenfreiheit ist mit diesem Hintergrund betrachtet ein unfassbar gewaltvolle Akt. Sie machen sehr deutlich, dass Sie sich Ihre Privilegien, als Weißer Männer, zu nutzen machen und Rassismus mit solchen Ausreden einfach weiter (re-)produzieren möchten. Dabei beweisen Sie auch, dass Sie noch nicht mal ansatzweise demokratischer Bürger sind und die Kritik von Institutionen und Menschen die tagtäglich rassistische Erfahrungen machen und marginalisiert werden, ernst nehmen und anerkennen.
    Unterm Strich gehören Sie, auch als Medienproduzenten, zu den Gewinnern aus den seit Jahrhunderten bestehenden und immer wieder verfestigten rassistischen Verhältnissen. Und mit Ihren Handlungen tragen Sie einen Großteil dazu bei, dass sich Rassismen – zugespitzt zutage tretend bis in der Form von Morden an Menschen – weiterhin in der BRD möglich sind!
    Auch ich fordere Sie deshalb entschieden dazu auf, Ihre Verantwortung als Medienmacher ernst zunehmen und sich dafür einzusetzen, dass diese Rede nicht erneut ausgestrahlt wird und fordere vor allem auch eine Entschuldigung Ihrerseits für die erstmalige Ausstrahlung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und Ihre verachtenden Reaktionen auf die bisher geäußerte Kritik.

    Weiterhin behalte auch ich mir das Recht vor, den Mailverkehr zu veröffentlichen.“

  5. 6 ich 10. Februar 2012 um 16:13

    Als POC freue ich mich, dass ihr diesen Beitrag geleistet habt. Denn Alltagsrassismus wird oft nicht als solcher wahrgenommen.
    Ich wollte mitteilen, dass ich mich an den im Migazin-Artikel „Landesausländerbeirat Hessen“ gewendet habe. Auch ihre Stellungnahme ist wichtig. Ich habe sie auch auf diesen blogeintrag aufmerksam gemacht.

  6. 7 Mona 10. Februar 2012 um 16:59

    Hier meine Mail, die ich an zured@daserste.de, hr-fernsehen@hr-online.de, thaeuser@hr-online.de, stefan.wirtz@wdr.de gesendet habe:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin froh darüber, dass dieser Blog über den Rassismus den Sie verbreiten berichtet. https://karano.wordpress.com/2012/02/10/rassismus-im-oeffentlich-rechtlichen-fernsehen/

    Beschämt bin ich darüber, dass ich dafür bezahle, dass Sie meine Eltern und Großeltern, die Ihren Wohlstand sichern, dermaßen beleidigen und wenn Sie dann auch noch darauf hingewiesen werden, es einfach abtun.

    Ich Standardantwort können Sie sich sparen, die habe ich schon nachgelesen. Nicht nur als Gebührenzahlerin, sondern als Mensch, erwarte ich endlich eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus von den öffentlich rechtlichen Sendern, denn auch Sie sind, ob Sie wollen oder nicht und derzeit scheint es so als ob Sie es freiwillig begrüßen, in die rassistischen Strukturen in diesem Land verwickelt.

    Traurig ist das Ganze auch, weil man meinen müsste Sie hätten über die Jahre dazugelernt. Haben Sie aber nicht, denn sie profitieren von dem rassistischem System. Ein ZItat von der Antisemitismusforscherin Angelika Königseder wandle ich ab in dem ich dass uns durch Sie ersetze, damit Sie sich auch angesprochen fühlen: „Nicht die Putzfrau mit Kopftuch hat Sie gestört, sondern die kopftuchtragende Akademikerin“. Und ich ergänze in dem ich sage: Sie stört auch die kopftuchtragende Putzfrau, nur sehen Sie durch sie nicht ihre Privilegien gefährdet.

    Doch so wie sich meine Eltern und ihre Eltern gegen den Rassismus und die daraus resultierende Benachteiligung in diesem Land gewährt haben, tue auch ich es. Ein Anfang ist Ihnen diese Mail zu schreiben.

    Und wie gesagt, sparen Sie sich Ihre Standardantwort, jeder kann sie im Internet nachlesen. Fangen Sie an zu denken.

    Mit wenig freundlichen Grüßen

  7. 8 Beschwerdemail 13. Februar 2012 um 15:09

    Sehr geehrter Herr Häuser,

    eine ausführliche und unmissverständliche Kritik an der Büttenrede von Frau Patricia Lowin haben Sie ja bereits erhalten und wie ich in der FR zur Kenntnis nehme, nach sehr bekannten Mustern von weißen Medienmacher_innen abgewehrt.
    Hier verweisen Sie auf die Narrenfreiheit. Das ist – ebenfalls unmissverständlich – als Hinweis darauf zu lesen, dass Sie nicht bereit sind, sich mit Ihren Beitrag, Ihrer Komplizenschaft in der (Re-)Produktion von Diskriminierungsmechanismen auseinanderzusetzen.
    Mag sein, dass die_der Närrin_Narr von den gesellschaftlichen Normen und von reflektiertem Handeln und Sprechen frei gesprochen werden kann. Sie als Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Sender sind es aber nicht, Sie sind gebunden und haben eine Verantwortung, wenn Sie sich entscheiden solche Beiträge zu senden. Narrenfreiheit kann auch verstanden werden als Mittel um Herrschende und Machtstrukturen zu kritisieren. Sie aber unterstützen Machtstrukturen und konkret Rassismus, indem Sie solcher Hetze wie der Büttenrede von Frau Patricia Lowin Raum und Sendezeit geben. Denn diese Rede erinnert an Verhaltensweisen, die den Narr im Mittelalter und lange Zeit ausmachten. Verhalten, dass wir heute glücklicherweise als Rassismus – Ableismus und Sexismus u.a. entlarven und benennen.
    Wenn Sie heute dieses Konzept von Narr verteidigen, indem Sie rassistische oder anders diskriminierende Büttenreden unter den Schutz von Narrenfreiheit stellen, setzen Sie eine historisch gewachsene und gewaltsam durchgesetzte Tradition fort, die die Annahme vertritt, dass weiße Deutsche das Recht hätten, Menschen für den eigenen Profit und Vorteil diskriminieren zu dürfen – trotz Antidiskriminierungsgesetz.
    Es ist bekannt, dass es sehr stark ausgeprägte Rassismen in Deutschland gibt, die gegen muslimische, türkische und arabische Menschen in Deutschland gerichtet werden – nicht zuletzt im Zusammenhang mit den Morden an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Yunus Turgut, İsmail Yaşgar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michéle Kiesewetter die von den Medien in unsäglich missachtender Weise und Wortwahl dargestellt wurden und damit jahrelang dazu beigetragen haben Nazistrukturen Deckung zu geben. Zugleich erleben Menschen tagtäglich aufgrund solcher medialer Bilder Ausgrenzung, Anfeindungen, Herabwürdigung, Andersgemacht zu werden und Verletzungen. Sie erleben, dass Ihnen die Hierseinsberechtigung abgesprochen und die niedrigen Positionen in einer rassistisch-kapitalistischen Gesellschaftsordnung zugewiesen werden sollen.

    Wenn Sie nicht in Ihr Handeln einbeziehen wollen, dass Sie solchen Strukturen und Verhalten, Legitimation verschaffen, frage ich Sie, was decken Sie?

    Nehmen Sie doch mal ihre Privilegien wahr und zur Kenntnis dass, nur weil Sie als weißer Mann solche Darstellungen erträglich finden, diese dennoch für eine Großzahl an Menschen in Deutschland eine unerträgliche Verletzung und Diskriminierung sind.

    Nehmen Sie doch mal Ihre Verantwortung ernst, als Medienmacher bei den Öffentlich-Rechtlichen ein reflektiertes Programm zu bieten, in dem mehr Positionen repräsentiert werden, als nur weiße bis rechtskonservative Perspektiven.

    Und, um noch ein bisschen weiter mit Ihrem perfiden Wortspiel weiter zu machen; Nehmen Sie sich doch mal die Narrenfreiheit kritisch zu sein, statt Komplize rassistischer Strukturen.

    Ich fordere Sie hiermit auf, sich dafür einzusetzen, dass diese Rede nicht erneut ausgestrahlt wird. Ich fordere Sie des Weiteren zu einer öffentlichen Entschuldigung für die erstmalige Ausstrahlung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auf.

    Mit freundlichen Grüßen
    xxx

    P.S.: Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieser E-Mail-Verkehr von mir öffentlich geführt wird. Mein Schreiben sowie Ihre Antwort werde ich zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.

  8. 9 Kommentar zur "Narrenfreiheit" im HR/ARD 13. Februar 2012 um 17:59

    Sehr geehrter Herr Häuser, sehr geehrter Herr Wirtz,

    anbei ein öffentlicher Kommentar von mir, der sich als weißer in der Verantwortung sieht, den rassistischen Inhalten der Karnevalssendung „Frankfurt: Helau“ (ARD/HR) und den weißen Abwehrmechanismen des Pressesprechers auch etwas zu erwidern:

    Wer lacht hier über wen?

    Wenn eine verkleidete weiße Deutsche Witze über ein vermeintliches „muslimisch-sein“ oder „türkisch-sein“ macht, auf Kosten von Menschen, denen eben diese Eigenschaften zugeschrieben werden und zur Belustigung der weißen Mehrheitsgesellschaft, verläuft dies exakt entlang der gesellschaftlichen Machtachse des Rassismus. Schon immer waren es wir Weißen, die über „die anderen“ geredet haben, sei es um uns zu belustigen oder um sie wissenschaftlich einzuordnen. Kurz: um „die anderen“ unterzuordnen, um unsere Privilegierung zu festigen.

    Und wenn ein weißer Deutscher dann noch, dahingehende Kritik, aus seiner weißen Position heraus, für nichtig erklärt, für humorlos oder auch nur lediglich für „eine andere Meinung“, dann handelt er ebenfalls entsprechend der rassistischen Machtrichtung. Diese legt nämlich fest, wer in der Lage und in der Berechtigung ist, etwas als rassistisch zu benennen oder als nicht-rassistisch. Wir Weißen beanspruchen für uns nicht nur das Recht in einer von uns festgelegten Weise über „die anderen“ reden zu dürfen, sondern auch dieses Reden selbst moralisch und politisch zu definieren und zu benennen – und zwar als „Narrenfreiheit“ oder „Satire“ – auf jeden Fall als bestimmt nicht rassistisch.

    Bemerkenswert ist in der Tat, dass es immer weiße Männer waren und sind, die sich und allen anderen – in äußerst gewaltvoller Weise – die Welt erklärt haben und alles und jede und jeden in ihre Weltanschauung gepresst haben. Alles wurde in weiße Kategorien gesteckt und bezeichnet – außer eines, unser eigenes Weißsein. Das bleibt – nach wie vor – meist unbemerkt und unbenannt: Die meisten von uns Weißen wissen nicht mal, dass sie weiße sind. Wir wissen nicht, was Weißsein bedeutet und nicht, dass wir qua Geburt Privilegien besitzen. Das ist, bei der alltäglichen Gewalt die dies mit sich zieht – zynisch betrachtet – schon Realsatire.

    Warum also die ganze Geschichte nicht mal umdrehen und über weiße lachen? Durchkreuzen wir die rassistische Machtmatrix – zumindest für einen Moment. Stechen wir uns den Stachel mitten ins eigene weiße Gesäß. Machen wir uns über die weiße Naivität lustig, die keine weißen Privilegien kennt. Übernehmen wir Verantwortung und machen wir selbst die weiße Dominanz zum Thema. Auch wenn (einigen) Weißen dabei das Lachen im Halse stecken bleiben sollte – oder gerade deshalb – kann es dazu führen, dass einige – wie ich an mir selbst immer wieder merke – zum nachdenken angeregt werden..

    Schließlich sollte Satire gesellschaftliche Ungleichheit anklagen. Und dem muss natürlich eine Erkenntnis über ungleiche Machtverhältnisse voranstehen..

    Mit freundlichen Grüßen
    M.K.

    PS: Ich behalte mir vor Ihre Antwort(en) ebenfalls zu veröffentlichen.


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